An wen soll das Mahnmal erinnern, an welcher Stelle soll es stehen und wozu soll es den Besucher auffordern?

 

Die folgenden Punkte fassen die Position der Initiative Mahnmal kurz und bündig zusammen:

1.   Ein Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland soll an jene Menschen erinnern, die unter der kommunistischen Diktatur in Deutschland zwischen 1945 und 1989 Opfer politisch motivierter Verfolgung und Willkür wurden. Zu diesen Menschen zählen wir solche, die als vermeintliche oder tatsächliche Gegner der kommunistischen Diktatur verfolgt, physisch und psychisch gefoltert und auch getötet wurden. Unter „kommunistischer Gewaltherrschaft“ verstehen wir ein politisches Regime, das in Idee und Ausführung Gewalt in all ihren Formen als legitimes Herrschaftsmittel zur Durchsetzung kommunistischer Ziele betrachtet und anwendet.

 

2.   Wir möchten diejenigen Menschen würdigen, die sich unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Lebenschancen der kommunistischen Diktatur widersetzt und sich dabei auf Freiheit, Demokratie und Menschenrechte berufen haben.

 

3.   Das Mahnmal soll allen Opfern und ihren Hinterbliebenen, die sich mit den bisherigen Erinnerungsorten nicht identifizieren können, einen würdevollen Ort des stillen Gedenkens (Trauerort) zur Verfügung stellen.

 

4.   Ein Mahnmal muss an einer zentralen und sichtbaren Stelle im öffentlichen Raum Berlins stehen.

 

5.   Die historische Einbettung, der Ort und die Gestaltung des Mahnmal müssen dem würdevollen Gedenken an andere Opfergruppen, die im Berliner Stadtraum präsent sind, Rechnung tragen. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Gedenkorte, die an die Singularität des Holocaust erinnern.

 

6.   Das Mahnmal muss zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der totalitären Verfasstheit des politischen Systems zwischen 1945 und 1989 sowie ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum auffordern.

 

7.   Zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit den historischen und geistigen Grundlagen der kommunistischen Diktatur in Deutschland bedarf es eines schlüssigen Denkmalskonzepts, das einerseits eine sachliche Informationen bereitstellt, andererseits Mitgefühl für die Schicksale einzelner Opfer erweckt. Eine derartige Ansprache soll die Besucher dazu ermutigen, die Würde des Menschen zu verteidigen,  sich aktiv für den demokratischen Rechtsstaat einzusetzen sowie Zivilcourage zu zeigen.

 

8.   Angesichts eines großen Bedarfs an Aufklärung wäre eine begleitende dokumentarische Ausstellung wünschenswert, die auf weitere authentische Gedenkstätten und Informationsorte der DDR-Aufarbeitung verweist und dadurch das Mahnmal sinnvoll ergänzt.

 

(Stand: März 2015)